Darmstädter  Echo

Heinerman-2013: Sieger Ackermann vermisst den Rivalen

DARMSTADT - Triathlon – Titelverteidiger Horst Reichel vom Pech verfolgt – Daniela Sämmler ist sich ihrer Sache sicher
Ein wütender Titelverteidiger, ein nach dem Konkurrenten suchender Sieger – der 9. Merck-Heinerman in Darmstadt endete mit dem Erfolg von Johann Ackermann.Es gibt Sportveranstaltungen mit Kultstatus. Wie der Darmstädter Merck-Heinerman. Zwar ärgert die Triathleten die Rangelei bei der Auftakt-Disziplin Schwimmen im Großen Woog. Trotzdem kommen sie regelmäßig wieder zum Klassiker – gut 600 Starter waren es 2013. Titelverteidiger Horst Reichel (Algemarin Team TuS Griesheim) war aber aus einem anderen Grund sauer, musste er doch diesmal den Sieg Johann Ackermann (Darmstadt/Team Tivity) überlassen.Reichel hatte sich den „Prügeleien“ in der großen Menge durch einen Blitzstart im Schwimmen entzogen und verließ als Erster das Wasser. Wenige Sekunden später folgte ihm Ackermann in die Wechselzone – nur wo war dessen Konkurrent? „Ich habe mich die ganze Zeit gewundert, wo Horst ist“, fragte der in Köln studierende Darmstädter. Doch Reichel kam nicht. Er war wütend noch vor dem Radfahren aus dem Rennen ausgestiegen.„Da hat mir irgendeiner das Ventil aufgedreht“„Da hat mir irgendeiner das Ventil aufgedreht, das Hinterrad war komplett platt“, schimpfte der Griesheimer Triathlet und ergänzte: „Beim Materialcheck war alles in Ordnung und auch jetzt bei der Nachuntersuchung war kein Defekt feststellbar.“Durch Reichels Pech war der Weg für Ackermann frei – und der spulte in Erwartung seines Rivalen sein Pensum herunter. „Ich habe die ganze Zeit durchgezogen“, berichtete der Darmstädter, der 1:53:22 Stunden für die 1500 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren nach Dieburg und retour sowie den abschließenden Zehn-Kilometer-Lauf brauchte. „Es war ein hartes Rennen. Ich habe mich ganz schön gequält, aber ohne Konkurrenz ist der Sieg für mich nicht so viel wert“, erklärte der Gewinner, der sich aber über 1000 Euro Preisgeld freuen durfte.Daniela Sämmler war sich ihrer Sache bereits vor dem Wendepunkt am Forsthaus Hirschköpfe auf der Laufstrecke sicher. „Ich wollte keine Körner für den Ironman Frankfurt nächsten Sonntag verschwenden“, offenbarte die Siegerin vom Software AG Team DSW Darmstadt. „Ich musste trotzdem ganz schön drücken auf der Radstrecke.“ Der Grund dafür hieß Claudia Alfes (ASC Darmstadt), die beim Radfahren noch in Führung lag. In der Nähe des Oberwaldhauses schloss Sämmler auf, überholte die Rivalin und lief nach 2:07:58 Stunden zum Sieg. Alfes (2:08:47), die Gesamtelfte wurde, freute sich auch über Rang zwei. „Zweite hinter Dani – das ist geil“, bekannte sie. Dritte wurde Martina Maul vom VfL Münster in 2:12:51.„Ich bin enttäuscht von Dir Eric“, sagte Hans-Gustav Eckert und lachte. Der Triathon-Abteilungsleiter des SV Traisa beglückwünschte Vereinskamerad Eric Kappes zu dessen überraschendem zweiten Rang und den Sieg in der Altersklasse M 40. „Eigentlich war das die Vorgabe“, zeigte der sechsmalige Hawaii-Starter auf seine Startnummer – die Vier. Doch es lief rund bei Kappes, der nach 2:04:22 Stunden das Ziel erreichte und umgehend die Wendepunkt-Strecke feierte: „Das ist klasse. Du wirst ständig angefeuert und kannst dazu noch die Konkurrenz sehen.“ Zudem durfte er sich über 300 Euro Prämie freuen. „Mein letztes Preisgeld habe ich beim Ironman Lanzarote gewonnen. Das war 1998“, verriet Kappes.14 Jahre zuvor, am 1. Juli 1984 um genau zu sein, stand übrigens die erste Auflage des Darmstädter Kult-Triathlons im Programm. Damals wie heute waren Achim Hundsdorf, Wolfgang Riegel (beide DSW Darmstadt) und Gerhard Schanz (DUC Darmstadt) am Start – 30 Mal war das Trio damit nun dabei, und Hundsdorf beendete alle Rennen. Das erste sei das schwerste gewesen. „Mit Sweatshirt und Turnhose“, berichtete Heinerman-Routinier Hundsdorf. Mit anderen Problemen hatten die Starter diesmal zu kämpfen. „Das habe ich noch nie so erlebt. Was war das für eine Schlägerei“, sprach Karsten Heisch (SG Arheilgen) den Massenstart beim Schwimmen an. Wettkampf-Organisator Wolfram Pejas nahm die Kritik auf, erwiderte aber: „Das gehört zum Heinerman dazu.“ 2014 geht das Rennen in die nächste Runde. „Es wird neue spannende Dinge geben“, kündigte Pejas schon einmal an.